Grill G20

Am Montag  luden der StuVe Stendal e.V. und die GHG Stendal zum Diskussionsabend zum Thema G20. Unter dem Motto „Grill G20“ gab es um 18 Uhr zuerst was vom Grill, bevor es anschließend in eine mehrstündige Diskussion ging. Im Fishbowl-Prinzip konnte man zwischen dem inneren Rede- und die dem äußeren Zuschau-Zirkel wechseln. Stella Khalafyan, die Integrationskoordinatorin des Landkreises Stendal, befand zwar für positiv, dass sich die wirtschaftsstärksten Länder nicht mehr nur zu siebend treffen, sondern es inzwischen 20 Staaten sind. Doch Ökonom und Soziologe Hagen Kühn stellte von Beginn an klar, dass diese Staaten sich nicht auf Augenhöhe treffen. Es ist stark hierarchisch aufgebaut: USA, dann die restlichen G7, dann die sog. BRICS-Staaten bevor die übrigen folgen. Wirtschaftsmathematiker Jürgen Bennies hob hervor, dass die G20-Arbeitsminister*innen auf einem Vortreffen den Konsens fanden, dass das aktuelle neoliberale System nicht mehr funktioniert. „Also für G20 sein?“, fragte VWL-er Volker Wiedemer daraufhin scherzhaft. Viele Beschlüsse der G20 bleiben folgenlos, doch sie verfestigen z.B. den Freihandel, der Schiedsgerichte herausbildet, welche unabhängig von nationalen Gesetzgebungen agieren können. Hagen Kühn verglich den Freihandel mit einem Boxkampf zwischen Schwer- und Leichtgewicht: Der Stärkere wird gewinnen. Im weiteren Verlauf ging es um Militärausgaben, Kulissendiplomatie und Regulierungen (z.B. Arbeitnehmer*innen- oder Umweltschutz), die im Freihandel nur als Handelshemmnisse gelten. Es spitzte sich auf die Frage nach dem guten Leben zu. Wie wollen wir Zusammenleben gestalten? Inwieweit können wir über Konsum (keinen) Einfluss auf Wirtschaftskreisläufe nehmen? Wie weiter organisieren? Es fiel schwer einen Schlusspunkt zu finden.

Aber: Am 02.07. wollen wir nach Hamburg fahren! Auch wenn wir an diesem Tag auf den Straßen der Hafenstadt kein wasserdichtes Gegenkonzept ausarbeiten werden können, gilt es Flagge zu zeigen. Für gerechten Welthandel, Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und mehr Demokratie. Meldet euch HIER an. (Nur 15€ für AHW-ler*innen) und seid dabei.