36. CAMPUSGRÜN BUNDESMITGLIEDERVERSAMMLUNG

Ein Auszug zu den uns wichtigsten Beschlüssen:

  • Umfassende BAföG-Reform

Die Probleme des momentanen BAföGs liegen darin, dass die Gefördertenquote sinkt und zu wenige Studierende den vollen BAföG Satz erhalten. Zudem wird die Inflationsrate  nicht ausgeglichen, da die Sätze viel zu selten angehoben werden. Unsere Forderungen sind deshalb eineregelmäßige und bedarfsdeckende Anpassung der Bedarfssätze, auch die Elternabhängigkeit sollte abgeschafft werden.Das für unsere Gesellschaft wichtige ehrenamtlichen Engagement von Studierenden sollte in Bezug auf BAföG berücksichtigt werden. Die Perspektive mit 10.000€ Schulden  in das Berufsleben zu starten, schreckt viele Studieninteressierte (vor allem aus finanziell schwächeren Elternhäusern) ab. Deshalb fordern wir BAföG als Vollzuschuss. Zuletzt sollte angestrebt werden ein Europäisches solidarisches BAföG System zur Realisierung eines gemeinsamen Bildungsraumes Europa nach Bologna zu erreichen.

  • Gender Studies unter Druck- nicht nur von Rechts

Campusgrün stellt sich allen entgegen, die den gesellschaftlichen Backlash vorantreiben wollen und steht für eine kritische Wissenschaft ein, die stets das Hinterfragen gesellschaftlicher Machtrelationen zum Ziel hat und diese nicht als statisch gegeben, sondern gesellschaftlich-historisch bedingt sieht. Gerade Gender Studies haben den Anspruch, gesellschaftliche Unterdrückungsmechanismen aufzudecken und bieten so Potenzial für politische Schlussfolgerungen. Somit erkennt Campusgrün die interdisziplinäre Geschlechterforschung als notwendigerweise voranzutreibende Wissenschaft, die gerade in Anbetracht des aktuellen Backlashs wichtig ist, um zu analysieren, welche Geschlechterrollenverständnisse in der gegenwärtigen Gesellschaft verhandelt werden. Campusgrün ist davon überzeugt, dass das aktuelle Ansteigen von Nationalismus, Chauvinismus, Islamophobie, Antisemitismus, Rassismus, Antifeminismus sowie Homo- und Transphobie strukturelle Zusammenhänge aufweist, die es wissenschaftlich zu beleuchten und politisch zu bekämpfen gilt.

  • Grundsatzposition: Verhältnis Ökologie und Wirtschaftssystem

Langfristig sollte ein Wirtschafts- und Gesellschaftssystem angestrebt werden in dem der das Wohl von Mensch und Umwelt anstatt Kapitalakkumulation bestimmendes Moment sind. Dabei muss auch die kulturelle Entfremdung des Menschen von der Natur aufgehoben werden: Nur wenn der Mensch die Natur nicht mehr lediglich als Rohstoffquelle oder Kostenfaktor in der Produktion sieht, sondern das dauerhafte metabolische Austauschverhältnis zu ihr erkennt, kann es eine Gesellschaft geben, die sich erfolgreich einer nachhaltigen Entwicklung verschreibt.

  • Hochschulzugang für alle ermöglichen

Wir sehen die momentanen Regelungen durch den Numerus Clausus begrenzte Studienplätze als grundlegend falsch an. Insbesondere die Verwendung der Abiturdurchschnittsnote als Auswahlkriterium widerstrebt der freien Berufswahl (§12 GG). Wir sollten es gesellschaftlich erreichen, dass alle Interessierten auch studieren können.

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