36. BUNDESMITGLIEDERVERSAMMLUNG CAMPUSGRÜN

Dieses Wochenende fand in Landau die 36. Bundesmitgliederversammlung von Campusgrün statt. Mit großer Freude unsererseits wurde unsere Sprecherin Lena zur Bundesschatzmeisterin des Bundesverbandes von Campusgrün gewählt. Wir freuen uns, als kleine Hochschulgruppe nun auch einen Platz im Bundesvorstand zu vertreten.

Wir sind sehr zufrieden mit der gelungenen Vernetzung an diesem Wochenende und freuen uns darüber hinaus auf die nächste Bundesmitgliederversammlung im Mai 2018, welche wir als Grüne Hochschulgruppe ausrichten werden.

Zusammenfassung der uns im Besonderen wichtigen Anträge.

Es wurden zu folgenden Themen Beschlüsse gefasst:

  • Für eine umfassende BAföG Reform
  • Gegen den Aufwind der Rechtsextremen – für eine progressive, schlagkräftige Politik
  • Gender Studies unter Druck – nicht nur von Rechts
  • Grundsatzposition: Verhältnis Ökologie und Wirtschaftssystem
  • Stellungnahme von Campusgrün zum Nationalen Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung
  • Hochschulzugang für alle ermöglichen

LINK zu allen Beschlüssen

Senatssitzung 08.11.17

Hallo liebe Studierende,
Lehrende & Mitarbeiter*innen,

heute findet eine wichtige Senatssitzung um 15:15 in der Aula in Stendal statt. Ein Tagesordnungspunkt ist ein relativ brisanter Antrag dazu, eine Frist für die Beendigung der Bachelorstudiengänge an unserer Hochschule einzuführen. Demnach würde man, wenn man die Regelstudienzeit vier Semester überschreitet, in allen bis dahin nicht abgelegten Prüfungsleistungen den Erstversuch als nicht bestanden angerechnet bekommen. In der Prüfungsordnung (wir haben momentan nur Reha gesichtet, schätzen aber es ist für alle Studiengänge der Hochschule gleich geregelt) ist festgehalten, dass man nach einem nicht bestandenen Erstversuch einen Zweitversuch innerhalb von 12 Monaten vornehmen muss. Kurzum könnte man durch diese neue Regelung exmatrikuliert werden, weil man PL geschoben hat. Das halten wir für ablehnenswert.

Die Position von Robin (Sprecher GHG Stendal) dazu:

Ich habe ein Problem mit der Einführung dieser Regelung. Hochschulen sind ohnehin Orte der Selektion. Es gibt in immer mehr Studiengängen mit einem Numerus Clausus, der den Zugang erschwert, nach spätestens drei nicht bestandenen Modulprüfungen folgt die Exmatrikulation, wenn man die Regelstudienzeit in Sachsen-Anhalt vier Semester überschreitet muss man pro Semester 500€ Langzeitstudiengebühren zahlen. 

Diesen restriktiven Regeln steht die Realität gegenüber. Die meisten Studierenden in Deutschland schaffen ihr Studium nicht in der angesetzten Regelstudienzeit (Statistisches Bundesamt, 2015).

Mit einer solchen Regelung weist man den Studierenden die Schuld für diesen Zustand zu! Das halte ich für nicht gerechtfertigt. 
Vielmehr ist unser neues System von Hochschule mit vielen Modulprüfungen, welche in jedem Semester abgelegt werden müssen, dafür anzumahnen. Es bleibt wenig Zeit für tiefgreifende Auseinandersetzung mit Themen, die einen wirklich interessieren, keine Zeit, keine Freiheit im Studium.

Mit einer solchen Veränderung würde man sich der Menschen berauben, die unsere Vielfältigkeit ausmachen, die sich trotz all dieser bereits genannten Zwänge Freiräume schaffen, in denen sie für sich und nicht für Creditpoints lernen sondern für sich und ihr Leben.
Studierende sind erwachsene Menschen, denen ich gerne das Recht zusprechen möchte, für sich selbst entscheiden zu können, wann der Lebensabschnitt des Studiums für sie beendet ist. Die Qualität einer Hochschule macht genau das für mich aus, das akzeptieren von Lebensformen die nicht mit der Regelstudienzeit vereinbar sind und nicht in Statistiken über Abschlüsse in der Regelstudienzeit gut dazustehen.

Außerdem fußt ein Großteil der Aktivitäten in offiziellen Gremien wie dem Studierendenrat, aber auch von freieren Initiativen wie dem Studierendenverein StuVe Stendal e.V. auf dem Engagement von Stundierenden, die sich jenseits der Regelstudienzeit oder auf dem Weg dahin befinden. Somit gefährdet diese Novellierung die studentische und letzendlich auch die akademische Selbstverwaltung. Selbiges gilt für belebte Campus und Semesterhöhepunkte, welche die Hochschule gerade auch am Standort Stendal inzwischen als ihr Aushängeschild benutzt: Reflexionstage, Sommerfest, Hochschulball – hier braucht es die Unterstützung von Studierenden, die ihre Creditsammlung mal kurz aus den Augen lassen. Auch einige der Third Mission-Projekte sähen ohne diese in die Breite ambitionierten Studierende blass aus. Sehr geehrter Senat, lassen Sie die Hochschule nicht noch weiter zum akademischen Durchlauferhitzer verkommen, ermöglichen Sie eine vielfältige Lehr-Lernkultur.

Update: Die Abstimmung wurde verschoben. Trotzdem gab es eine gute Diskussion zwischen Lehrenden, Verwaltung und Studierenden über diese Thematik. Im nächsten Schritt muss nach Kompromissmöglichkeiten beider Seiten gesucht werden. Daran würden wir uns sehr gerne beteiligen. Wir waren über die Anwesenheit der vielen Studierenden sehr erfreut.

1. Mitgliederversammlung WiSe 17/18 & Interessiertentreffen

Leicht verspätet zum Semesterstart hielten wir heute unsere erste Mitgliederversammlung im neuen Semester ab. Wir besprachen die letzten Monate nach und erhielten einen ersten Bericht unserer beiden Vertreterinnen aus dem FasRa. Auch die Vorauswahl neuer Veranstaltungskonzepte für das kommende Kalenderjahr standen zur Debatte und wurden abgestimmt. Abschließend wählten wir unsere Delegierten für die nächste Bundesmitgliederversammlung von Campusgrün in Landau, an der wir im November teilnehmen werden.

Im zweiten Block konnten wir einige Interessierte neue und erfahrenere Studierende des Campus Stendal begrüßen. Wir stellten uns, unsere Themen und Ziele vor, um so die Möglichkeiten einer  Mitgliedschaft bei uns aufzuzeigen. Sehr erfreut erfreut waren wir über die vielen engagierten und interessierten Menschen die vorbeigeschaut haben und hoffen einige von euch bald wiederzusehen.

Markt der Möglichkeiten WiSe 17/18

Heute war es soweit: Die Hochschule in Stendal öffnete die Pforten für die neuen Studis. In der ersten Mittagspause der Studierenden hatten wir die Gelegenheit die Grüne Hochschulgruppe vorzustellen und Interessierte über unsere Projekte und Ziele zu informieren. Wir haben uns sehr gefreut neue Gesichter kennenzulernen und sind sehr glücklich über unser erstes neues Mitglied in diesem Semester. Ebenfalls freuen wir uns auf alle, die beim ersten Treffen am 18.10. dabei sein möchten.

Wie fair und nachhaltig ist unsere Mensa?

Wir haben eine erste Anfrage gestellt – z.B. wie viel teurer wäre es, wenn Kaffee und Kakao bio und fair wären? Lest die komplette Anfrage auf (1). Nun werten wir Schritt für Schritt die Antwort aus und haken weiter nach. Einige Antworten stellen wir schon Mal vor:

Die Mensa sieht Erfolge u.a. in der Einführung der Mehrwegbecher, der Umstellung auf Eier aus Freilandhaltung und den neuen abbaubaren Verpackungen to go.

In Stendal wird bis Ende des Jahres auf fair gehandelten und bio-zertifizierten Kaffee und Kakao umgestellt! Die Preiserhöhung wird lediglich 10 Cent betragen.

Nach eigenen Angaben setzen sie auf regionale Erzeuger*innen und Saisonalität. Wir fragen nach: Welche? Wie oft?

Beim Fisch setzen sie u.a. auf MSC oder ASC-Zertifizierung. Was heißt das? MSC steht für Marine Stewardship Council (> Fischfang) und ASC für Aquaculture Stewardship Council (> Fischzucht). Beide Siegel sollen Nachhaltigkeit garantieren, wurden vom WWF jedoch zusammen mit den Fischindustrien erarbeitet – oder um es mit den Worten des WWF zu sagen: Es sind „Kompromisslösung aller Interessengruppen“ (2). Damit sind einige Bedingungen eher weich definiert, was dazu führt, dass auch Fischereien mit MSC-Siegel hohe Beifänge verzeichnen und Robben, Albatrosse, Haie, Sturmvögel und (andere) bedrohte Tierarten qualvoll verenden – z.B. in Grundschleppnetzen, die gleichzeitig den Meeresboden zerstören (mehr unter 3). ASC-Betriebe dürfen z.B. Genverändertes Futter einsetzen. Ergo dieses Siegel sollte dringend verbessert werden oder auf ein anderes zurückgegriffen werden.


Quellen
1: http://ghg-stendal.de/anfrage-wie-nachhaltig-studieren-wir…/
2: http://www.abendblatt.de/…/Neues-Oekokennzeichen-ASC-fuer-Z…
3: https://www.greenpeace.de/…/greenpeace-position-zum-marine-…
außerdem: https://www.greenpeace.de/…/wie-glaubwurdig-sind-die-gutesi…
Bild: https://pixabay.com/…/tische-stühle-sitzbereich-mensa-4618…/

Briefwahlantrag nicht verschlafen!

Wer in der Demokratie schläft, kann ein böses Erwachen erleben. Vergiss daher nicht, bis zum 24. September deine Stimme bei der Bundestagswahl abzugeben.

Deine Stimme zählt!

Du kannst helfen, dass ewig gestrige Rechtspopulisten nicht ins Parlament einziehen und das gesellschaftliche Klima noch weiter vergiften. Gib deine Stimme ab, für Klimaschutz, eine nachhaltige Landwirtschaft und eine weltoffene Gesellschaft.

Die Briefwahlunterlagen werden in den letzten drei bis vier Wochen vor der Wahl versandt. beantragen kannst du sie aber schon jetzt im Einwohnermeldeamt oder formlos per E-Mail. Notwendig dafür sind Name, Vorname, geburtsdatum, Wohnanschrift sowie die ggf. abweichende Anschrift an die die Unterlagen versendet werden sollen. Der ausgefüllte Briefwahlschein muss verschlossen im Rücksendeumschlag rechtzeitig vor der Wahl zurück in die Post. In den Briefwahlstellen kannst du nach Antragstellung auch schon vor dem Wahltermin wählen.

Weitere Infos: https://www.gruene.de/service/briefwahl-jetzt-so-gehts.html

Eure Grüne Hochschulgruppe Stendal

Sommerfest 2017

Gestern fand am Campus Stendal das jährliche Sommerfest statt. Bei guter Musik, Getränken, Essen und wundervollen Wetter verteilten wir gegen eine Spende vegane Snacks. Die eingenommenen Spenden gehen an die Arche Stendal eV, die Kindern in Stendal unabhängig ihrer Herkunft ein kostenloses Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung und Spielangebote bietet.

Arche Stendal eV

Grill G20

Am Montag  luden der StuVe Stendal e.V. und die GHG Stendal zum Diskussionsabend zum Thema G20. Unter dem Motto „Grill G20“ gab es um 18 Uhr zuerst was vom Grill, bevor es anschließend in eine mehrstündige Diskussion ging. Im Fishbowl-Prinzip konnte man zwischen dem inneren Rede- und die dem äußeren Zuschau-Zirkel wechseln. Stella Khalafyan, die Integrationskoordinatorin des Landkreises Stendal, befand zwar für positiv, dass sich die wirtschaftsstärksten Länder nicht mehr nur zu siebend treffen, sondern es inzwischen 20 Staaten sind. Doch Ökonom und Soziologe Hagen Kühn stellte von Beginn an klar, dass diese Staaten sich nicht auf Augenhöhe treffen. Es ist stark hierarchisch aufgebaut: USA, dann die restlichen G7, dann die sog. BRICS-Staaten bevor die übrigen folgen. Wirtschaftsmathematiker Jürgen Bennies hob hervor, dass die G20-Arbeitsminister*innen auf einem Vortreffen den Konsens fanden, dass das aktuelle neoliberale System nicht mehr funktioniert. „Also für G20 sein?“, fragte VWL-er Volker Wiedemer daraufhin scherzhaft. Viele Beschlüsse der G20 bleiben folgenlos, doch sie verfestigen z.B. den Freihandel, der Schiedsgerichte herausbildet, welche unabhängig von nationalen Gesetzgebungen agieren können. Hagen Kühn verglich den Freihandel mit einem Boxkampf zwischen Schwer- und Leichtgewicht: Der Stärkere wird gewinnen. Im weiteren Verlauf ging es um Militärausgaben, Kulissendiplomatie und Regulierungen (z.B. Arbeitnehmer*innen- oder Umweltschutz), die im Freihandel nur als Handelshemmnisse gelten. Es spitzte sich auf die Frage nach dem guten Leben zu. Wie wollen wir Zusammenleben gestalten? Inwieweit können wir über Konsum (keinen) Einfluss auf Wirtschaftskreisläufe nehmen? Wie weiter organisieren? Es fiel schwer einen Schlusspunkt zu finden.

Aber: Am 02.07. wollen wir nach Hamburg fahren! Auch wenn wir an diesem Tag auf den Straßen der Hafenstadt kein wasserdichtes Gegenkonzept ausarbeiten werden können, gilt es Flagge zu zeigen. Für gerechten Welthandel, Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und mehr Demokratie. Meldet euch HIER an. (Nur 15€ für AHW-ler*innen) und seid dabei.

Gremienwahlen 2017

Wir freuen uns über die Bekanntmachung der Wahlergebnisse, welche uns heute alle erreichten. Insgesamt macht uns die erhöhte Wahlbeteiligung der an unserem Standort liegenden Fachschaften Angewandte Humanwissenschaften und Wirtschaft sehr glücklich. Beide Fachschaften verdoppelten annähernd ihre prozentuale Wahlbeteiligung im Vergleich zum letzten Wahljahr. Die Fachschaft Angewandte Humanwissenschaft hat mit 22,8% sogar die höchste Wahlbeteiligung aller Fachschaften dieser Gremienwahl (wir wünschen guten Appetit beim Grillen). Unser Aufruf zur Wahl hatte also Erfolg und mehr Studierende wollten bestimmen, wer sie in den Hochschulgremien vertritt.

Stolz sind wir persönlich noch darauf, dass Paula Göring mit 102 Stimmen in den Fachschaftsrat der AHW gewählt wurde. Ines Hnatek wurde als Stellvertreterin in den Fachschaftsrat AHW gewählt. Vielen Dank für Eure Stimmen!

Hier die Bekanntmachung der Wahlergebnisse (Ihr müsst eingeloggt bleiben).

Migration nach Sachsen-Anhalt – Wo stehen wir? Und wo gehen wir hin?

Am sonnigen Abend des Mittwochs besuchte uns Sebastian Striegel (MdL) und gab uns einen Einblick in seine parlamentarische Arbeit zum Thema Migration in Sachsen-Anhalt.
Zu Beginn wurde den Zuhörer*innen die Lage der Bevölkerungsentwicklung in Sachsen-Anhalt verdeutlicht und gezeigt, dass 2015, das Jahr der „Flüchtlingskrise“, erstmals seit langer Zeit mehr Menschen nach Sachsen-Anhalt kamen als verstarben oder abwanderten.
Die Kenia-Koalition (CDU, SPD und GRÜNE) verpflichtete sich in ihrem Koalitionsvertrag zu einem weltoffenen und toleranten Sachsen-Anhalt, welches versucht ein attraktiver Lebensort für Menschen jeglicher Herkunft zu sein. Dies wurde an Beispielen der Erstaufnahme (Halberstadt) skizziert.
Auch Zukunftsvisionen, wie die Schaffung eines Einwanderungsgesetzes, welches neben dem Asylrecht Bestand haben soll, wurde vorgestellt. In einer Diskussion über Fluchtursachen nannte er vor allem die Klimakatastrophe und plädierte dafür, dieser mehr Beachtung zu schenken.