35. CAMPUSGRÜN BUNDESMITGLIEDERVERSAMMLUNG

Eine Auswahl der uns am wichtigsten und dringlichsten Themen:

  • Open Access & Open Educational Ressources

Die Ermöglichung eines kostenfreien Zugang zu Lehr- und Lernmaterialien
durch den Einsatz öffentlicher Mittel, um so entstandene Erkenntnisse für alle
Mitglieder der Gesellschaft zugänglich zu machen; bei gleichzeitiger Verhinderung einer kommerziellen Nutzung durch Dritte (Open Access). Zweitens den freien Zugang zu Lehr- und Lernmaterialien zu ermöglichen so wie Inhalte für die Weiterverwendung mit freien Lizenzen bereit zu stellen (Open Educational Ressources).

  • Gegen jegliche Studiengebühren

Campusgrün bestärkte seine Beschlüsse aus den Jahren 2003, 2005, 2008, 2009 und 2014, wonach alle Studiengebühren abzulehnen sind. Das umfasst auch Studiengebühren für internationale Studierende.Studiengebühren fördern die soziale Selektivität und verhindern, dass junge Menschen aus sozial schwächeren Schichten ein Studium aufnehmen.Sondergebühren (wie bei der Bewerbung, Studiengebühren, nachzuzahlende Gebühren bei Statuswechsel, Deutschsprachkursgebühren), die insbesondere internationale Studierende treffen, darf es auch nicht geben. Der Bildungsbereich soll durch ein höheres Steuereinkommen ausfinanziert werden.

  • Ablehnung von Konkordatslehrstühlen 

Es wurde die klare Ablehnung von Konkordatslehrstühlen zum Ausdruck gebracht. Sie sind ein Überbleibsel aus längst vergangener Zeit und gehören nun auch offiziell abgeschafft.

Was ist ein Konkordatslehrstuhl?

Ein Konkordatslehrstuhl ist ein Lehrstuhl außerhalb der theologischen Fakultät, bei dessen Besetzung die katholische Kirche sich ein Vetorecht vorbehält. Besonders verbreitet sind Konkordatslehrstühle in Bayern (Augsburg, Bamberg, Erlangen-Nürnberg, München, Passau, Regensburg, Würzburg); außerhalb Bayerns verfügen die Universitäten Freiburg und Mainz über entsprechende Lehrstühle. An einigen Universitäten wie beispielsweise Bonn wurden die Konkordatslehrstühle nach verschiedenen Reformen nicht mehr in die neue Universitätsverfassung aufgenommen und werden daher nicht mehr besetzt.

  • Asyl ist Menschenrecht – Keine Abschiebungen nach Afghanistan!

Die Ansicht der Bundesregierung, in Afghanistan drohe keine Gefahr für Leib und Leben, erscheint innenpolitisch motiviert und erfordert eine klare Antwort. Wird diese Einschätzung, und damit eine Politik, die bewusst Menschenleben gefährdet, nicht geändert, ist es geboten, sich dieser Politik entschlossen in den Weg zu stellen. Anstatt nach Afghanistan abzuschieben, sollten Strategien entwickelt werden, die es den Menschen in Afghanistan ermöglichen, wieder in Frieden und Sicherheit zu leben. Zudem sollten lokale demokratische Strukturen besonders unterstützt werden, um eine Zukunft für das Land zu ermöglichen.

  • Brexit: Austausch schützen und ausbauen
 Die Auswirkungen des BREXIT auf den Raum Hochschule sind, wenn auch noch nicht vollumfänglich absehbar, schwerwiegend; vor allem eine mögliche Explosion der Studiengebühren und Visa-Kosten. Die Idee eines freien Studiums erfordert barrierefreie Mobilität. Diese sollte natürlich nicht nur für das UK oder ein vereinigtes Europa, sondern weltweit vertreten werden. Daraus folgt zum einen die Notwendigkeit, das ERASMUS+-Programm in der deutschen Öffentlichkeit weiter als wesentlichen Punkt der
BREXIT-Verhandlungen zu platzieren und weiterführend eine Reform des ERASMUS+-Programms. Diese Reform muss eine bessere soziale Durchlässigkeit gewährleisten. Eine Förderung sollte unabhängig von Alter, Studienfortschritt und Einkommen gewährt werden.